Die NASA hat einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung eines neuen Teleskops für die LISA-Mission (Laser Interferometer Space Antenna) erreicht. Das von L3Harris Technologies konstruierte Teleskop dient als Engineering Test Unit und markiert den letzten Schritt vor der Produktion der Flughardware.
Technische Spezifikationen und Mission
Die LISA-Mission unter Leitung der ESA ist für den Start Mitte der 2030er Jahre geplant. Sie besteht aus drei Satelliten, die in einer erdnahen Umlaufbahn positioniert werden und ein gleichseitiges Dreieck mit Seitenlängen von 2,5 Millionen Kilometern bilden. Jeder Satellit ist mit zwei Teleskopen ausgestattet, die Infrarot-Laserstrahlen zwischen den Raumfahrzeugen austauschen.
Die Teleskope bestehen vollständig aus Zerodur, einem glaskeramischen Verbundwerkstoff mit hoher Formstabilität über einen weiten Temperaturbereich. Ein Prototyp wurde bereits 2024 an die NASA geliefert und umfangreichen Tests unterzogen. Im Juni 2024 folgte ein strukturelles Metallmodell des Teleskops.
Wissenschaftliche Ziele und NASA-Beiträge
LISA soll Gravitationswellen mit niedriger Frequenz nachweisen, die mit erdgebundenen Observatorien nicht detektierbar sind. Die Mission wird in der Lage sein, Verschmelzungen supermassereicher Schwarzer Löcher in Milliarden Lichtjahren Entfernung zu beobachten sowie Doppelsysteme aus Weißen Zwergen, Neutronensternen und stellaren Schwarzen Löchern in unserer galaktischen Nachbarschaft zu kartieren.
Neben den Teleskopen liefert die NASA weitere kritische Komponenten:
- Lasersystem
- Vorrichtungen zur Kontrolle elektrostatischer Aufladung
- Datenanalyse-Systeme zur Identifikation von Gravitationswellenquellen
- Wissenschaftliche und technische Expertise
Gravitationswellen wurden erstmals 2015 nachgewiesen und bestätigen Albert Einsteins Vorhersagen aus der Allgemeinen Relativitätstheorie von 1916. Die ESA-Mission LISA Pathfinder demonstrierte 2016 die technische Machbarkeit der notwendigen Präzisionsmessungen im Weltraum.
- Quelle: NASA Science