Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Erde und Mars trotz ihrer benachbarten Position im Sonnensystem auf unterschiedliche Weise entstanden sind. Die Studie widerlegt die Annahme, dass benachbarte Planeten ähnliche Entstehungsgeschichten teilen.
Chemische Fingerabdrücke verraten Planetenbildung
Ein Team der Universität Kopenhagen analysierte die chemische Zusammensetzung der Erdkruste und des Marsmantels. Der Fokus lag auf flüchtigen Elementen wie Natrium, Zink und Kalium, deren Vorhandensein Rückschlüsse auf die Entstehungsbedingungen zulässt. Diese Elemente verdampfen bei hohen Temperaturen, ihre Konzentration dient als Indikator für die Hitze und Gewalt während der Planetenbildung.
Computermodelle zeigten deutliche Unterschiede: Mindestens 75% der Erdmasse stammt von Protoplaneten, die durch Ansammlung von Gesteinsbrocken wuchsen. Beim Mars verhält es sich umgekehrt – hier dominieren mit etwa 75% die durch Kollisionen entstandenen Planetesimale.
Implikationen für die Planetenforschung
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Planetenbildung kein einheitlicher Prozess ist. Die Methode der chemischen Analyse könnte künftig auch auf Exoplaneten angewendet werden. Dies wäre besonders relevant für die Suche nach habitablen Welten, da die Verteilung flüchtiger Elemente die Lebensbedingungen beeinflusst.
Die Studie wurde am 25. September in Nature Astronomy veröffentlicht. Die Forscher betonen, dass ihre Methode direktere Rückschlüsse ermöglicht als bisherige isotopenbasierte Ansätze.
- Quelle: Kuthunur, S. (2023). Earth and Mars may be neighboring rocky worlds but they were built in different ways. Space.com
- Originalstudie: Johansen, A. & Wang, H. (2023). Nature Astronomy
