Die NASA hat den Versuch aufgegeben, das Neil Gehrels Swift Observatory durch eine Rettungsmission vor dem Absturz zu bewahren. Das Weltraumteleskop wird in den kommenden Jahren unaufhaltsam seine Umlaufbahn verlassen, da es über kein eigenes Antriebssystem verfügt.
Kurze Entwicklungszeit für Rettungssatellit
Für die Rettungsmission hatte die NASA das Unternehmen Katalyst Space Technologies beauftragt. Der Auftrag im September 2023 sah vor, innerhalb von nur neun Monaten einen Satelliten zu entwickeln, der das Observatorium in etwa 320 Kilometern Höhe erreichen und in eine höhere Umlaufbahn bringen sollte. Der Rettungssatellit mit dem Namen Link startete am 3. Juli 2024 und absolvierte erste Systemtests, bevor eine Fehlfunktion wenige Wochen später zum Kontrollverlust führte.
Link wog beim Start etwa eine halbe Tonne und war mit elektrischen Triebwerken, Roboterarmen sowie großen entfaltbaren Solarzellen ausgestattet. Die Entwicklung eines solchen Satelliten unter normalen Umständen hätte mehrere Jahre in Anspruch genommen. Die NASA erklärte im August 2024, dass Link das Swift-Observatorium nicht wie geplant erreichen könne, woraufhin die Mission abgebrochen wurde.
Swift-Observatorium nähert sich dem Missionsende
Das 2004 gestartete Swift-Observatorium hat seine ursprünglich geplante Betriebsdauer bereits deutlich überschritten. Aufgrund der fehlenden eigenen Antriebstechnik kann das Teleskop seine Umlaufbahn nicht selbstständig korrigieren. Die zunehmende Sonnenaktivität der letzten Jahre hat den atmosphärischen Widerstand in der niedrigen Umlaufbahn verstärkt, was den Absturz beschleunigt.
Swift ist ein einzigartiges Observatorium, das gleichzeitig Gammastrahlen, Röntgenstrahlen und sichtbares Licht detektieren kann. Seine Fähigkeit, sich schnell auf astronomische Ziele auszurichten, machte es zum wichtigsten Instrument für die Beobachtung von Gammastrahlenausbrüchen, den energiereichsten Explosionen im Universum. Der Ausfall der Rettungsmission bedeutet für die Wissenschaft einen Verlust dieser speziellen Beobachtungsmöglichkeiten.
- Quelle: Ars Technica