Internationale Zusammenarbeit für Pflanzenzucht im Weltraum

Die NASA, die kanadische Weltraumbehörde CSA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung eines irdischen Demonstrators für den Anbau von Nutzpflanzen auf dem Mond. Das Projekt mit der Bezeichnung „Lunar Agriculture Module-Ground Test Demonstrator“ (LAM-GTD) soll Technologien für den Pflanzenanbau unter Weltraumbedingungen erforschen.

Technologische Herausforderungen der Weltraumlandwirtschaft

Der Demonstrator wird unter kontrollierten Bedingungen getestet, die den erwarteten Atmosphären- und Umgebungsbedingungen einer Mondbasis ähneln. Dabei stehen folgende Aspekte im Fokus:

  • Entwicklung geeigneter Anbaumethoden für geschlossene Systeme
  • Untersuchung des Pflanzenwachstums unter reduzierter Schwerkraft
  • Optimierung von Ressourcenkreisläufen (Wasser, Nährstoffe, Luft)

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Pflanzen zur Lebenserhaltung. Sie sollen nicht nur Nahrung liefern, sondern auch Kohlendioxid absorbieren, Sauerstoff produzieren und Wasser recyceln. Diese Funktionen werden für Langzeitmissionen jenseits des Erdorbits entscheidend sein.

Wissenschaftliche Methoden und Zeitplan

Am Kennedy Space Center der NASA laufen bereits Vorarbeiten. Dort testen Wissenschaftler wie Blake Costine hyperspektrale Kamerasysteme zur Überwachung der Pflanzengesundheit. Diese Technologie ermöglicht eine präzise Analyse des physiologischen Zustands der Pflanzen ohne invasive Eingriffe.

Die Tests finden im Space Station Processing Facility statt, einer Einrichtung, die normalerweise für die Vorbereitung von ISS-Experimenten genutzt wird. Bis September 2026 sollen die Grundlagen für den irdischen Demonstrator geschaffen werden. Die Ergebnisse werden direkt in die Planungen für die geplante Mondbasis am lunaren Südpol einfließen.

Die internationale Kooperation unterstreicht die Bedeutung des Projekts für zukünftige bemannte Missionen zum Mars und darüber hinaus. Die beteiligten Raumfahrtagenturen bringen dabei ihre jeweiligen Expertisebereiche ein:

  • NASA: Langzeiterfahrung mit Pflanzenexperimenten in der Schwerelosigkeit
  • DLR: Expertise in geschlossenen Lebenserhaltungssystemen
  • CSA: Technologien für automatisierte Systeme und Ressourcenmanagement