Die NASA verstärkt ihre Bemühungen, das problembehaftete Raumschiff Starliner von Boeing wieder einsatzfähig zu machen. Nach einem gescheiterten Testflug im Jahr 2024, bei dem zwei Astronauten fast ein Jahr lang auf der Internationalen Raumstation (ISS) festsaßen, hat die NASA den Vorfall als schwerwiegenden „Typ-A-Unfall“ eingestuft. Diese Kategorie umfasst auch die Challenger- und Columbia-Katastrophen.
Neue Missionen und Sicherheitsüberprüfungen
NASA-Administrator Jared Isaacman gab bekannt, dass Boeing bis Dezember einen unbemannten Starliner-Flug zur ISS durchführen soll. Dieser Flug dient dazu, die vorgenommenen Verbesserungen zu validieren. Ein bemannter Flug ist frühestens für das Jahr 2028 geplant, da umfangreiche Sicherheitsüberarbeitungen erforderlich sind. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich mehrere Monate bis Jahre in Anspruch nehmen.
Dana Weigel, Managerin bei der NASA, betonte, dass alle Beteiligten sicher sein müssen, dass die Probleme des Starliner vollständig behoben sind, bevor wieder Astronauten an Bord gehen. Zu den notwendigen Änderungen gehören neue Ventile und Dichtungen. Die zusätzlichen Upgrades und Raketenzertifizierungen werden die NASA weitere 359 Millionen US-Dollar kosten.
Hintergrund und Bedeutung des Starliner-Programms
Die NASA hat seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms Milliarden von Dollar in Boeing und SpaceX investiert, um zwei unabhängige Systeme für den Transport von Astronauten zur ISS zu etablieren. SpaceX hat mit seinem Crew-Dragon-Raumschiff bereits 14 bemannte Missionen für die NASA durchgeführt. Im Gegensatz dazu hatte Boeing Schwierigkeiten, zwei unbemannte Testflüge erfolgreich abzuschließen. Der erste bemannte Starliner-Flug mit den Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams endete mit einer neunmonatigen Verlängerung ihres Aufenthalts auf der ISS, da das Raumschiff für den Rückflug als ungeeignet eingestuft wurde.
SpaceX plant, seine Falcon-9-Raketen und Dragon-Raumschiffe in den nächsten Jahren auszumustern und sich auf das größere Starship-System zu konzentrieren, das erstmals im Jahr 2026 erfolgreich in den Orbit gelangte. Dies unterstreicht die Bedeutung eines zuverlässigen Alternativsystems wie des Starliner für die zukünftige Raumfahrt.
Die ISS soll bis 2031 außer Dienst gestellt werden, aber mehrere private US-Unternehmen arbeiten an eigenen orbitalen Stationen, die ebenfalls auf zuverlässige Transportmöglichkeiten angewiesen sein werden. SpaceXs Starship ist für solche Missionen zu groß, da das Unternehmen primär auf Mond- und Marsreisen ausgerichtet ist.
