NASA-Chef Jared Isaacman sieht Vorteil in Verzögerung der chinesischen Mondmission Chang’e-7

Der NASA-Administrator Jared Isaacman äußerte sich erleichtert über die unerwartete Verzögerung der chinesischen Mondmission Chang’e-7. Die Mission, die ursprünglich für August 2024 geplant war, wurde auf das nächste Jahr verschoben. Isaacman sprach darüber auf der Off World-Konferenz in Houston und bezeichnete die Verzögerung als mögliche Entlastung für die US-Interessen. Die Mission hätte die Präsenz Chinas am lunaren Südpol verstärkt, einem Gebiet, das für seine Ressourcen wie Wassereis und andere flüchtige Stoffe bekannt ist.

Chang’e-7: Chinas ambitionierteste Mondmission

Die Chang’e-7-Mission gilt als die bisher ambitionierteste Mondmission Chinas. Sie besteht aus einem Orbiter, einem Lander, einem Rover und einem kleinen hüpfenden Raumfahrzeug. Ziel der Mission war es, in der Nähe des Shackleton-Kraters am lunaren Südpol zu landen, einem Gebiet, das für seine Ressourcen von strategischer Bedeutung ist. Die China Manned Space Agency (CMSA) begründete die Verzögerung mit ungünstigen Bedingungen für den Start.

Isaacman betonte, dass die Mission direkt auf dieselbe Region abzielte, die auch für die NASA von Interesse ist. Er bezeichnete die Verzögerung als mögliche Entlastung, da eine chinesische Präsenz am Shackleton-Krater den Zugang der USA zu wichtigen Ressourcen hätte einschränken können. Diese Ressourcen könnten zur Herstellung von trinkbarem Wasser, Sauerstoff und sogar Raketentreibstoff genutzt werden.

Wettlauf zum Mond: USA und China im Vergleich

Isaacman wiederholte die Aussagen seines Vorgängers Bill Nelson, der bereits öffentlich vor einem Wettlauf mit China im Weltraum gewarnt hatte. Nelson hatte Parallelen zu den territorialen Ansprüchen Chinas im Südchinesischen Meer gezogen und betont, dass China kein vertrauenswürdiger Partner sei. In seinem kommenden Buch „Space Odyssey“ beschreibt Nelson China als unzuverlässig und warnt vor mangelnder Transparenz in der Zusammenarbeit.

Isaacman betonte mehrfach die Bedeutung, dass die USA vor China zum Mond zurückkehren sollten, obwohl sie bereits zwischen 1969 und 1972 erfolgreich dort waren. China plant, bis spätestens 2030 einen Astronauten auf den Mond zu bringen, ein Ziel, das auch die NASA verfolgt. Sollte China diesen Wettlauf gewinnen, könnte dies laut Isaacman Fragen zur Glaubwürdigkeit der US-Sicherheitsgarantien aufwerfen.

Die NASA arbeitet derzeit an der Artemis-III-Mission, die Technologien für das Andocken im Erdorbit testen soll, um die Artemis-IV-Mission vorzubereiten, bei der Astronauten tatsächlich auf dem Mond landen sollen. Isaacman gab bekannt, dass der frühestmögliche Starttermin für Artemis III der Sommer 2027 ist und dass es zwei Landemöglichkeiten im Jahr 2028 gibt. Er räumte jedoch ein, dass die Mission derzeit etwa drei Monate hinter dem Zeitplan liegt, ohne die Gründe dafür zu nennen.