Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Schwarze Löcher unabhängig von ihrer Größe vergleichbare Auswürfe von Materie produzieren. Diese als „Rülpser“ bezeichneten Phänomene treten auf, wenn Schwarze Löcher Sterne zerstören und verschlingen.
Tidal Disruption Events als Untersuchungsgegenstand
Wissenschaftler nutzten sogenannte Tidal Disruption Events (TDEs), um das Verhalten Schwarzer Löcher zu analysieren. Bei diesen Ereignissen wird ein Stern durch die Gezeitenkräfte eines Schwarzen Lochs zerrissen. Der Prozess der Materieaufnahme und -ausstoßung läuft dabei innerhalb weniger Jahre ab und ist damit für menschliche Beobachter nachvollziehbar.
Die Studie untersuchte 20 TDEs, von denen sich 10 für detaillierte Analysen eigneten. Dabei zeigte sich, dass die Jets in zwei Phasen entstehen: unmittelbar während der intensivsten Fressphase und später, wenn die Akkretionsrate auf 2% des Eddington-Limits sinkt.
Universelle Mechanismen unabhängig von der Größe
Die Forschung bestätigt, dass die Physik hinter der Jet-Entstehung bei Schwarzen Löchern aller Größenordnungen identisch ist. Dies gilt sowohl für stellare Schwarze Löcher mit wenigen Sonnenmassen als auch für supermassereiche Exemplare in Galaxienzentren.
Der 2%-Schwellenwert des Eddington-Limits erwies sich als kritischer Punkt für die Jet-Bildung. Diese Erkenntnis ermöglicht künftig bessere Vorhersagen über den Zeitpunkt von Jet-Emissionen nach TDEs.
- Quelle: Space.com – Originalartikel
- Veröffentlichung: Nature Astronomy, 17. September