Die NASA hat eine Expertengruppe einberufen, um aktuelle Daten zu Risiken während außerordentlicher Aktivitäten (EVA) im Rahmen der Artemis-Missionen zu analysieren. Der Fokus lag dabei auf Dekompressionskrankheit (DCS), venöser Thromboembolie (VTE) und den Auswirkungen eines persistierenden Foramen ovale (PFO). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Sicherheitsprotokolle für zukünftige Mondmissionen und darüber hinaus zu optimieren.
Empfehlungen der Expertengruppe
Die Expertengruppe kam zu mehreren Schlussfolgerungen. So wurde festgestellt, dass das Vorhandensein eines PFO kein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von VTE ist. Auch Komplikationen durch Embolien, die von der linken Vena jugularis oder dem Gehirn ausgehen, wurden als unwahrscheinlich eingestuft. Daher empfiehlt die Gruppe keine Änderungen der Astronautenauswahlkriterien in Bezug auf PFO.
Weiterhin wurde festgestellt, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Blasengraden und dem Risiko von DCS bei Präbreathe-Protokollen in partieller Schwerkraft gibt. Die Vorhersagekraft von Blasenscores für DCS bleibt insbesondere bei Mondoberflächenoperationen unklar. Kleine PFOs (Grad 1 oder 2) stellen kein signifikantes Risiko dar. Bei großen PFOs (Grad 3 oder höher) gab es unterschiedliche Meinungen, ob eine Schließung oder ein Ausschluss von Astronauten das Risiko eines venösen Gasembolismus (VGE) reduziert. Die Gruppe empfahl jedoch kein universelles Screening oder einen Ausschluss von Astronauten mit großen PFOs, sondern betonte die Bedeutung von Risikominderung durch Protokolldesign und kontinuierliche Datenerfassung.
Medikamentöse Maßnahmen und Protokolle
Die Expertengruppe hob hervor, dass klare klinische Leitlinien für die Medikamenteneinnahme vor EVAs erforderlich sind. Insbesondere müssen Protokolle den Einsatz von Aspirin zur Prävention und Schmerzlinderung bei DCS regeln. Zusätzlich wird eine Anleitung für die Verwendung von Analgetika (Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen, Celecoxib) vor und nach EVAs benötigt, da diese Medikamente DCS-Symptome maskieren können.