Das US-Unternehmen InnerPlant hat eine Methode entwickelt, um Pflanzenstress frühzeitig aus dem Weltraum zu erkennen. Dabei kommen hyperspektrale Satelliten und genetisch modifizierte Sojapflanzen zum Einsatz, die bei Stress fluoreszieren.
Früherkennung durch fluoreszierende Pflanzen
Seit 2018 arbeitet InnerPlant an einer Lösung zur Früherkennung von Pflanzenstress. Das erste Produkt sind Sojapflanzen, die bei Pilzbefall ein fluoreszierendes Signal aussenden. Dieses ist für das menschliche Auge unsichtbar, kann aber durch hyperspektrale Sensoren erfasst werden.
Die Technologie wurde zunächst mit bodengestützten Sensoren getestet. Für den großflächigen Einsatz in der Landwirtschaft setzt das Unternehmen jedoch auf Satelliten. Diese ermöglichen die Überwachung großer Anbauflächen, die mit bodengestützten Methoden nicht praktikabel wäre.
Praxistests mit Satellitendaten
Zwischen Dezember 2023 und März 2024 führte InnerPlant einen ersten Test in Argentinien durch. Dabei wurden die hyperspektralen Satelliten EnMAP der DLR und DESIS auf der ISS eingesetzt. Die Sensoren konnten erfolgreich 10 Hektar Testpflanzen identifizieren, die konstant fluoreszierten.
Im Sommer 2024 folgte ein weiterer Test in den USA. In North Dakota, Missouri und Iowa wurden die modifizierten Pflanzen zwischen konventionellen Sojabohnen ausgesät. Die Auswertung zeigte, dass die Stresssignale selbst auf Pixelebene nachweisbar sind.
Derzeit nutzen etwa 160 bis 180 Landwirte den Service von InnerPlant. Das Unternehmen liefert dabei keine Rohdaten, sondern direkt verwertbare Informationen über betroffene Flächen. Bis 2030 soll die Technologie vollständig für den kommerziellen Einsatz freigegeben werden.
Für die Zukunft plant InnerPlant den Einsatz eigener Satelliten. Aktuell nutzt das Unternehmen jedoch bestehende Systeme wie das Tanager-Programm von Planet Labs. Parallel arbeitet Exolaunch an der Integration von Nutzlasten für eine Starship-Mission von SpaceX, die für 2029 geplant ist.
- Quelle: Payload Space