GHOST-R: Neues Raumfahrtprojekt für Aufklärung im geostationären Orbit

Die US Space Force hat ein neues Projekt zur Aufklärung im geostationären Orbit (GEO) angekündigt. Unter dem Namen GHOST-R soll ein kostengünstiges System zur Überwachung von Raumobjekten entwickelt werden. Das Projekt wird gemeinsam von der Defense Innovation Unit (DIU) und dem Space Systems Command (SSC) durchgeführt und ist Teil des RG-XX-Programms, das eine verteilte Aufklärungsschicht im Weltraum etablieren soll.

Ziele und Technologie von GHOST-R

GHOST-R zielt darauf ab, kommerzielle Raumfahrzeuge, Plattformen und elektro-optische Nutzlasten zu nutzen, um Objekte im GEO zu charakterisieren, Schadensbewertungen durchzuführen und Identifikationen zu verbessern. Der Start der Mission ist für das Jahr 2028 geplant. Durch die Verwendung kommerzieller Technologien sollen technische Risiken reduziert, Lebenszykluskosten gesenkt und die Fähigkeiten schneller an die Nutzer gebracht werden.

Colonel Bryon McClain, zuständig für die Beschaffung von Raumfahrtkapazitäten, betonte, dass erfolgreiche Prototypen direkt in das offizielle Programm übernommen werden sollen. Der geostationäre Orbit beherbergt einige der wertvollsten Satelliten des US-Militärs, die derzeit von einer kleinen Flotte hochspezialisierter Systeme wie den GSSAP-Satelliten von Northrop Grumman überwacht werden. GHOST-R soll testen, ob eine größere Anzahl kostengünstigerer kommerzieller Systeme diese Aufgabe effizienter erfüllen kann.

Beteiligte Unternehmen und weitere Entwicklungen

Die Unternehmen True Anomaly und Northrop Grumman haben Prototypenaufträge für die Entwicklung der nächsten Generation von Aufklärungssatelliten erhalten. Beide Firmen werden ihre bewährten Plattformen nutzen und moderne Nutzlasten integrieren. True Anomaly-CEO Even Rogers wies darauf hin, dass die Aufklärungsarchitektur angesichts immer agilerer gegnerischer Plattformen nicht mehr auf eine Handvoll hochspezialisierter Systeme angewiesen sein kann.

Parallel dazu hat Antares einen Vertrag über 161 Millionen US-Dollar vom US-Verteidigungsministerium erhalten, um die Entwicklung von Kernenergie für den Einsatz im Weltraum voranzutreiben. Dies ist laut Antares der bisher größte Auftrag dieser Art. Das Unternehmen LeoLabs wird seine Radartechnologie im Rahmen eines neuen Vertrags mit der Space Force für nationale Sicherheitsmissionen einsetzen.

In Europa zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab: Raumfahrt-Startups erhalten zunehmend größere Aufträge von institutionellen Kunden. Auf dem International Space Summit und der World Space Business Week in Paris sicherten sich europäische Startups mehrere bedeutende Verträge im kommerziellen, zivilen und militärischen Bereich. Diese Entwicklung deutet auf einen Wandel im europäischen Raumfahrtökosystem hin, bei dem Startups eine größere Rolle in wichtigen Programmen spielen.

  • Quelle: https://payloadspace.com/diu-and-ssc-announce-joint-ghost-r-mission/