Ein Amateurastronom aus Quebec hat 2024 eine bislang unbekannte ringförmige Struktur entdeckt, die sich als 390 Millionen Jahre alter Meteoritenkrater erwiesen hat. Die Bestätigung erfolgte durch eine Expedition im Oktober 2025.
Zufallsentdeckung durch Satellitenbilder
Joël Lapointe, ein Hobbyastronom, stieß bei der Planung eines Campingausflugs in der Region Côte-Nord auf ungewöhnliche Satellitenaufnahmen. Die kreisförmige Formation mit einem Durchmesser von etwa 25 Kilometern um den Lake Marsal war in keiner geologischen Datenbank verzeichnet. Lapointe meldete seine Beobachtung über das Portal Impact Earth der Western University.
Das Forschungsteam um den Planetengeologen Gordon Osinski überprüfte den Fund. Die meisten solcher Meldungen erweisen sich als natürliche geologische Formationen. Dieses Mal bestätigten erste Analysen jedoch die Vermutung eines Meteoriteneinschlags.
Expedition bestätigt Einschlagkrater
Ein vierköpfiges Wissenschaftlerteam erreichte das abgelegene Gebiet im Oktober 2025 per Wasserflugzeug. Die letzten 50 Meter mussten sie watend zurücklegen. Vor Ort fanden sie die erwarteten geologischen Merkmale eines komplexen Einschlagkraters mit zentraler Erhebung.
Entscheidende Beweise waren sogenannte Schatterkegel – kegelförmige Bruchmuster im Gestein, die nur durch extremen Druck entstehen. Zusätzlich dokumentierten die Forscher vier Kilometer vom Zentrum entfernte Felswände aus Impaktschmelze. Diese Gesteinsformationen entstehen, wenn der Aufprall das vorhandene Gestein aufschmilzt.
Bedeutung für die Planetenforschung
Der Krater erhielt den vorläufigen Namen Uhackatik nach Absprache mit dem Innu Council of Ekuanitshit. Laboranalysen datieren den Einschlag auf die Devon-Zeit vor etwa 390 Millionen Jahren. Die ursprünglich scharfkantige Kraterstruktur wurde durch Erosion und Vergletscherung abgetragen.
Mit 25 Kilometern Durchmesser wäre Uhackatik der größte neu entdeckte Krater seit dem Fund des 31 Kilometer großen Hiawatha-Kraters in Grönland 2018. Die Entdeckung unterstreicht die Bedeutung von Einschlagkratern für das Verständnis geologischer Prozesse im Sonnensystem.
Die Meteoritical Society prüft derzeit die offizielle Anerkennung des Kraters. Auf der Erde sind bisher nur etwa 200 Einschlagkrater bestätigt, während der Mond über zwei Millionen aufweist. Dieser Unterschied erklärt sich durch die aktiven Erosionsprozesse auf der Erde.
- Quelle: Expeditionsteam Western University
- Quelle: Earth.com Berichterstattung
- Quelle: Live Science Interview
- Quelle: Space.com Fachartikel