Bundesstaaten bewerben sich um den Standort der US Space Academy

Seit der Unterzeichnung einer präsidialen Anordnung durch Donald Trump am 28. August 2023, die die Gründung einer US Space Academy vorsieht, haben sich mehrere Bundesstaaten um den Standort der neuen Bildungseinrichtung beworben. Die Akademie soll als zivile, von der NASA geführte Antwort auf die militärischen Dienstakademien dienen. Eine Kommission wurde eingesetzt, um Details wie Lehrplan, Dienstpflichten und die Gründung der Schule zu klären.

Anforderungen und Zeitplan

Die NASA hat am 10. September erste Details in einem Request for Information (RFI) veröffentlicht. Demnach soll der Bau der Akademie bis 2027 beginnen, eine vorläufige Kohorte von 300 Studierenden an Partnerinstitutionen im Jahr 2028 aufgenommen werden und der permanente Campus bis 2031 eröffnet werden. Der Standort muss mindestens 300 Hektar groß sein, in der Nähe von NASA-Einrichtungen oder Universitäten liegen und Kapazitäten für 1.200 Studierende bieten, die auf 4.000 erweitert werden können.

Alle Bundesstaaten wurden zur Abgabe von Vorschlägen eingeladen, die bis zum 26. Oktober eingereicht werden müssen. Die Bewerbungen müssen Angaben zum Standort, Zeitplan, Kosten und möglichen Partnerschaften enthalten. Die NASA wird die Vorschläge prüfen und Empfehlungen an die Kommission weiterleiten, die dem Weißen Haus berichtet. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Kongress, da die Gründung einer Dienstakademie ein Gesetz erfordert.

Bewerbungen der Bundesstaaten

Einige Bundesstaaten haben bereits ihre Bewerbungen bekannt gegeben:

  • Texas: Gouverneur Greg Abbott hat ein Team um den staatlichen Abgeordneten Greg Bonnen gebildet, das sich um das Johnson Space Center (JSC) und die Texas Space Commission bemüht. Senator Ted Cruz und Abgeordneter Brian Babin unterstützen die Bewerbung aktiv.
  • Florida: Senatorin Ashley Moody hat den STARS Act eingereicht, um Florida gesetzlich als Standort festzulegen. Sie arbeitet mit der staatlichen Raumfahrtbehörde Space Florida zusammen und hat gemeinsam mit Senator Rick Scott ein Schreiben an das Weiße Haus gesendet, das das Kennedy Space Center (KSC) und Cape Canaveral hervorhebt.
  • Alabama: Abgeordneter Dale Strong hat ein Schreiben der Delegation verfasst, das Nordalabama mit dem Marshall Space Flight Center, Redstone Arsenal und der zukünftigen Heimat des US Space Command bewirbt.
  • Nevada: Der Raumhafenentwickler Rob Lauer plant, 500 Hektar Wüste westlich von Las Vegas für die Akademie zu nutzen, obwohl sein Grundstück nur 240 Hektar umfasst.

Weitere Bundesstaaten wie Ohio, New Mexico, Mississippi, Virginia, Maryland, Kalifornien und Louisiana könnten ebenfalls Bewerbungen einreichen, da sie über NASA-Einrichtungen und starke Raumfahrtindustrien verfügen.

Colorado, das bereits die Air Force Academy und mehrere Space Force-Stützpunkte beherbergt, hat sich kritisch geäußert. Senator John Hickenlooper bezeichnete den Plan als „redundant, kostspielig und unseriös“. Dennoch wird die Space Force weiterhin etwa 100 Absolventen pro Jahr über die Air Force Academy ausbilden.