Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin und die Raketen- und Raumfahrtantriebsabteilung des Air Force Research Laboratory (AFRL) haben ihre Zusammenarbeit ausgebaut. Ziel ist die Entwicklung neuer Antriebstechnologien. Beide Parteien unterzeichneten eine Vereinbarung zur gemeinsamen Forschung und Entwicklung (CRADA).
Historische Triebwerkstechnik als Grundlage
Die Partnerschaft ermöglicht Blue Origin den Zugang zu Hardware und technischen Daten aus den historischen Programmen Hydrocarbon Boost (HCB) und Integrated Powerhead Demonstrator (IPD). Diese Programme der US-Luftwaffe entwickelten in der Vergangenheit Sauerstoff-reiche und Vollstrom-Verbrennungstechnologien für Flüssigtreibstoffraketen.
Blue Origin wird die übermittelten Komponenten und Informationen analysieren, um eigene kommerzielle Triebwerksentwicklungen voranzutreiben. Nicholas Robertson, Vizepräsident für Triebwerksentwicklung bei Blue Origin, betont den Wert dieser historischen Forschungsdaten für aktuelle Ingenieursmodelle.
Laufende Tests des BE-7-Mondlandertriebwerks
Parallel zur neuen Vereinbarung setzen Blue Origin und AFRL ihre Zusammenarbeit bei Tests des BE-7-Triebwerks fort. Das Dual-Expander-Cycle-Triebwerk wird am Hochlagen-Teststand 1-42 der AFRL-Anlage auf der Edwards Air Force Base erprobt. Das BE-7 ist speziell für Mondlandungen konzipiert und zeichnet sich durch hohen spezifischen Impuls sowie tiefe Drosselbarkeit aus.
Dr. Javier Urzay, Leiter der Raketen- und Raumfahrtantriebsabteilung des AFRL, unterstreicht die Bedeutung solcher öffentlich-privaten Partnerschaften für die nationale Sicherheit und technologische Führungsposition der USA im Weltraum.
Neben der Triebwerksentwicklung arbeitet Blue Origin auch an anderen Raumfahrtprojekten. Das Unternehmen wurde von NASA mit der Entwicklung eines Mars-Telekommunikationsorbiters beauftragt. Zudem hat Blue Origin bereits drei von neun geplanten Bodenstationen des Quartz-Netzwerks installiert und getestet.
- Quelle: Blue Origin Pressemitteilung