US-Militär als globaler Spitzenreiter im Treibstoffverbrauch

Das US-Verteidigungsministerium ist der größte institutionelle Verbraucher von Erdölprodukten weltweit. Jährlich werden etwa 4 Milliarden Gallonen Treibstoff verbraucht. Diese Menge entspricht den Emissionen eines mittelgroßen Industrielandes.

Dimensionen des Energieverbrauchs

Laut einer Studie der Brown University aus dem Jahr 2019 verbraucht das US-Militär zwischen 77 und 80 Prozent aller fossilen Brennstoffe, die von der gesamten US-Bundesregierung genutzt werden. Im Haushaltsjahr 2016 wurden etwa 86 Millionen Barrel Flüssigkraftstoff verbraucht, was über 3,6 Milliarden Gallonen entspricht. Der größte Anteil entfällt auf Flugzeugtreibstoff für die rund 5.000 Militärflugzeuge der USA.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Dimensionen: Ein KC-135 Stratotanker verbraucht etwa 4,9 Gallonen Kerosin pro geflogener Meile. Bei einer Mission im Jahr 2017, bei der zwei B-2-Bomber und fünfzehn Tankflugzeuge eingesetzt wurden, entstanden Emissionen von etwa 1.000 Tonnen Treibhausgasen.

Fehlende Berichtspflichten und internationale Vereinbarungen

Die Emissionen des US-Militärs werden in internationalen Klimaabkommen nicht systematisch erfasst. Beim Kyoto-Protokoll 1997 setzten die USA durch, dass militärische Emissionen von den Berichtspflichten ausgenommen wurden. Das Pariser Abkommen von 2015 macht die Meldung solcher Emissionen optional, was in der Praxis meist zu deren Auslassung führt.

Forscher müssen die Verbrauchsdaten aus verschiedenen Quellen zusammensetzen, da das Pentagon seinen Treibstoffverbrauch nicht regelmäßig an den Kongress meldet. Hochgerechnet auf das Jahr 2017 entsprachen die Emissionen des US-Militärs etwa 59 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Damit läge das Pentagon als eigenständiger Emittent auf Platz 55 weltweit, vor Ländern wie Portugal (57.) oder Schweden (65.).

Zwischen 2001 und 2017 emittierte das US-Militär insgesamt 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase. Über 400 Millionen Tonnen davon gingen direkt auf die Kriegseinsätze in Afghanistan und Irak zurück. Diese Emissionen entsprechen denen eines mittelgroßen Industrielandes über denselben Zeitraum.

  • Quelle: Brown University’s Costs of War Project (2019)
  • Originalartikel: Space Daily