Das kanadische Unternehmen Galaxia mit Sitz in Halifax, Nova Scotia, hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 4,5 Millionen CAD (3,25 Millionen USD) abgeschlossen. Die Mittel sollen die Entwicklung von Erdbeobachtungssatelliten vorantreiben, die Daten direkt im Orbit verarbeiten können. Diese Technologie soll Entscheidungsträgern schnelle und präzise Informationen liefern. Die Finanzierung wurde gemeinsam von Amiral Ventures aus Quebec und Invest Nova Scotia geleitet.
Die Finanzierung folgt auf eine kürzlich geschlossene Partnerschaft mit dem belgischen Unternehmen Simera Sense, das hyperspektrale Wellenlängen in die Satellitensysteme von Galaxia integrieren wird. Die neuen Mittel sollen unter anderem für den Einsatz weiterer Satelliten, den Ausbau hybrider Raumfahrtnetzwerke und die Stärkung nationaler Raumfahrtkapazitäten verwendet werden. Diese Ziele stehen im Einklang mit der neuen Verteidigungsstrategie Kanadas, die auf die Nutzung von Raumfahrtdaten setzt.
Von der Universität in den Orbit
Galaxia wurde 2020 von Arad Gharagozli gegründet, während er noch an der Dalhousie University in Halifax studierte. Zusammen mit anderen Studierenden entwickelte er die Mission Low Orbit Reconnaissance and Imagery Satellite (LORIS), die 2022 erfolgreich ins All startete. 2025 folgte der Start von MÖBIUS-1, einem von der Canadian Space Agency (CSA) unterstützten Erdbeobachtungssatelliten, der auf einer softwaredefinierten Plattform basiert.
Das Unternehmen konzentriert sich auf die Sicherheit im Bereich der Erdbeobachtung und entwickelt sogenannte „intelligente Satelliten“, die mit Edge-Computing-Plattformen ausgestattet sind. Diese ermöglichen Echtzeitanalysen direkt im Orbit. Auch andere kanadische Unternehmen wie Kepler Communications aus Toronto arbeiten an ähnlichen Technologien und haben kürzlich ein optisches Datenrelais-Netzwerk in Betrieb genommen.
Kanadas Fokus auf nationale Raumfahrtkapazitäten
Kanada hat in den letzten Monaten verstärkt in nationale Raumfahrtkapazitäten investiert, um unabhängiger von internationalen Partnern zu werden. Galaxia spielt dabei eine zentrale Rolle. Im Februar erhielt das Unternehmen rund 219.000 CAD (158.000 USD) im Rahmen der Regional Defence Investment Initiative der kanadischen Regierung. Diese Mittel wurden unter anderem für die Einstellung von Personal, die Modernisierung einer Satellitenfertigungsanlage und die Gewinnung neuer Exportkunden verwendet.
Parallel dazu gab das Unternehmen Orbital bekannt, dass es Reflex Aerospace aus Deutschland als exklusiven Plattformpartner für die Orbital-1-Mission ausgewählt hat. Die NASA vergab zudem einen Vertrag an Inversion, um eine neue Methode für interplanetare Reisen zu erforschen, bei der die Atmosphäre eines Planeten genutzt wird, um Raumfahrzeuge abzubremsen.
Weitere Entwicklungen in der Satellitentechnologie wurden von EnduroSat und Eclipse Space bekannt gegeben. EnduroSat wird eine Konstellation von 40 Satelliten für TrustPoint bauen, das einen kommerziellen GNSS-Dienst entwickelt. Eclipse Space präsentierte Details zu drei neuen Satellitenplattformen, die unterschiedliche Anwendungen wie Direkt-zu-Direkt-Kommunikation, Breitbandverbindungen und In-Orbit-Computing abdecken.
Das Unternehmen Tomorrow.io kündigte außerdem die Instrumente an, die auf seiner nächsten Satellitengeneration DeepSky eingesetzt werden sollen. Diese Konstellation soll die Lücken in der Frühwarnung für Wettervorhersagen schließen, indem sie bisher schwer zugängliche Regionen wie die Ozeane und den Globalen Süden sowie vertikale Atmosphärenschichten beobachtet.
- Quelle: Payload Space
