Bild: KI-generiert
Bild: KI-generiert

CHIME-Teleskop veröffentlicht umfangreichen Katalog von Fast Radio Bursts

Das kanadische CHIME-Teleskop hat den bisher umfangreichsten Katalog von Fast Radio Bursts (FRBs) veröffentlicht. Die Daten basieren auf mehr als fünf Jahren kontinuierlicher Beobachtungen zwischen dem 25. Juli 2018 und dem 15. September 2023. Insgesamt wurden 4.539 FRBs von 3.641 verschiedenen Quellen erfasst. Die Ergebnisse wurden im Januar 2026 auf arXiv veröffentlicht und erscheinen im Astrophysical Journal Supplement Series.

Das CHIME-Teleskop: Einzigartiges Design für die FRB-Jagd

Das Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (CHIME) befindet sich am Dominion Radio Astrophysical Observatory in der Nähe von Penticton, British Columbia. Es besteht aus vier fest installierten Halbröhren-Reflektoren, die jeweils 100 Meter lang und 20 Meter breit sind. Jeder Reflektor ist mit 256 dual-polarisierten Antennen ausgestattet, was insgesamt 1.024 Antennen ergibt. Das Teleskop hat keine beweglichen Teile und kann daher nicht auf bestimmte Himmelsregionen ausgerichtet werden.

Stattdessen beobachtet CHIME einen etwa 200 Quadratgrad großen Streifen des Himmels direkt über ihm. Durch die Erdrotation wird der gesamte nördliche Himmel im Laufe eines Tages durch das Sichtfeld des Teleskops geführt. Diese Methode, bekannt als Transit-Beobachtung, ermöglicht eine nahezu kontinuierliche Überwachung eines großen Himmelsbereichs, was für die Erfassung seltener und unvorhersehbarer FRBs entscheidend ist.

Fortschritte seit dem ersten Katalog

Der erste CHIME-Katalog, der 2021 veröffentlicht wurde, enthielt Daten aus einem einzigen Beobachtungsjahr und verzeichnete 536 FRBs. Der neue Katalog umfasst mehr als das Achtfache an Ereignissen und basiert auf einem etwa fünfmal längeren Beobachtungszeitraum. Von den 4.539 erfassten FRBs stammen 981 von 83 bekannten sich wiederholenden Quellen, während die übrigen als Einzelereignisse auftraten.

Die größere Stichprobe ermöglicht es Forschern, die Eigenschaften von sich wiederholenden und nicht wiederholenden FRBs statistisch zu vergleichen. Dazu gehören Merkmale wie Dauer, Frequenzstruktur und die Dispersion des Signals, die durch das Durchqueren von Plasma im intergalaktischen Raum verursacht wird. Diese Daten helfen auch dabei, die Verteilung von Materie zwischen Galaxien zu kartieren, was mit anderen Methoden nur schwer möglich ist.

Die physikalische Herkunft von FRBs ist noch nicht vollständig geklärt. Magnetare, Neutronensterne mit extrem starken Magnetfeldern, gelten als wahrscheinliche Quelle für zumindest einige der Bursts. Die Vielfalt der beobachteten FRBs deutet jedoch darauf hin, dass mehr als ein physikalischer Mechanismus oder mehrere Quellklassen beteiligt sein könnten.

Zukünftige Entwicklungen

CHIME/FRB wird durch sogenannte Outrigger-Stationen ergänzt, zusätzliche Antennenarrays an verschiedenen Standorten in Nordamerika. Diese Stationen verbessern die Fähigkeit, die genaue Position von FRBs und ihre Ursprungsgalaxien zu bestimmen. Diese Präzision ist entscheidend, um die physikalischen Prozesse hinter den Bursts besser zu verstehen und ihre Rolle als Werkzeuge zur Erforschung des Universums weiter auszubauen.

  • Quelle: arXiv-Veröffentlichung, Januar 2026
  • Quelle: The Astrophysical Journal Supplement Series