Die Satelliten Sentinel-6B und Sentinel-6 Michael Freilich liefern seit November 2025 präzise Daten zur Meereshöhe. Die Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA, ESA, EUMETSAT und NOAA. Die Messungen erfolgen während eines starken El Niño-Phänomens, das weltweit Wetterveränderungen verursacht.
El Niño und seine Auswirkungen
El Niño führt zu einer ungewöhnlichen Erwärmung des Pazifischen Ozeans, die globale Wetterlagen beeinflusst. Warmes Wasser verlagert sich von Westpazifik nach Osten, was Hurrikanaktivität vom Atlantik in den Pazifik verschiebt. Die Sentinel-6-Satelliten dokumentieren diese Veränderungen durch Radaraltimetrie. Sie messen Wellenhöhen, Windgeschwindigkeiten und Meeresspiegel mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich.
Die aktuelle El Niño-Phase begann später als üblich, erreicht aber mittlerweile eine Stärke vergleichbar mit den Ereignissen von 1997 und 2015. Die gesammelten Daten fließen in Wettervorhersagemodelle ein, die für Hurrikanprognosen genutzt werden.
Anwendung in der Katastrophenvorsorge
Seit Juli 2025 liefert Sentinel-6B Echtzeitdaten für Wettervorhersagen. Diese Informationen unterstützen Behörden bei Entscheidungen über Evakuierungen und Ressourcenallokation. Besonders kritisch sind die 48 Stunden vor Landfall eines Hurrikans, wenn sich Stürme oft rapide intensivieren.
Ein zentrales Instrument ist NOAAs Satellite Ocean Heat Content Suite Algorithmus, der seit 2012 im Einsatz ist. Die Meereshöhendaten der Sentinel-6-Mission verbessern dessen Genauigkeit. Höhere Meeresspiegel weisen auf wärmeres Wasser hin, das Hurrikane verstärken kann. Zusätzlich erfasst das GNSS-RO-Instrument atmosphärische Parameter wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur.
Die Mission setzt eine über 30-jährige Zeitreihe von Meeresspiegelmessungen fort, die 1992 mit TOPEX/Poseidon begann. Sentinel-6B wird später die Referenzmessungen von Sentinel-6 Michael Freilich übernehmen.
- Quelle: NASA Pressemitteilung vom 28.10.2025
- Quelle: NOAA Technical Report zur Sentinel-6-Mission
