Forschungsteam beobachtet Satelliten-Wiedereintritt aus Flugzeug

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat den kontrollierten Wiedereintritt zweier ESA-Satelliten aus einem Flugzeug verfolgt. Die Beobachtungen sollen Aufschluss über die chemischen Prozesse beim Verglühen von Weltraumschrott in der Atmosphäre geben.

Messflug über dem Pazifik

Die Satelliten Tango und Samba der ESA-Mission Cluster verglühten planmäßig über dem Pazifik. Ein Team unter Leitung von Jiří Šilha, CEO des slowakischen Unternehmens Astros Solutions, charterte ein Flugzeug und positionierte es nahe Tonga im erwarteten Wiedereintrittskorridor. Die ESA-Bodenkontrolle hielt bis kurz vor dem Verglühen Kontakt zu den Satelliten und berechnete die Flugbahn.

Die Forscher beobachteten die Satelliten ab einer Höhe von etwa 90 Kilometern. Zunächst erschienen sie als kompakte Lichtquelle, bevor sie in etwa 65 bis 70 Kilometern Höhe explodierten. Anschließend konnten die Wissenschaftler etwa 30 bis 40 Sekunden lang das Verglühen zahlreicher Fragmente dokumentieren.

Analyse chemischer Verbindungen

Im Fokus standen sieben chemische Elemente, darunter Titan, Natrium, Kalium und vor allem Aluminium. Bei der Reaktion mit der Atmosphäre bildet sich vermutlich Aluminiumoxid, ein Prozess, der bisher nicht direkt beobachtet werden konnte. Die genauen Mengen und Bildungsmechanismen sind noch unklar.

Die gewonnenen Daten werden nun über mehrere Monate ausgewertet. Die Ergebnisse sollen bestehende Atmosphärenmodelle verbessern und die Klimaauswirkungen der zunehmenden Satellitenaktivität genauer abschätzen helfen. Angesichts geplanter Mega-Konstellationen wie Starlink mit bis zu 100.000 Einheiten gewinnt diese Forschung an Bedeutung.

  • Quelle: https://starlust.org/scientists-chased-two-dying-esa-satellites-in-a-jet-to-learn-how-space-junk-pollutes-our-sky-watch-video/