Stoke Space sichert sich weitere Milliardeninvestition für Raketenentwicklung

Das US-Raumfahrtunternehmen Stoke Space hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Series E brachte dem Unternehmen eine erste Tranche von 1 Milliarde US-Dollar ein. Damit beläuft sich das gesamte eingeworbene Kapital auf 2,3 Milliarden US-Dollar.

Finanzierung und Zeitplan

Die Mittel sollen den Ausbau von Produktion, Test- und Startinfrastruktur vorantreiben. Stoke Space bereitet sich auf den Erstflug der Nova Pathfinder-Rakete vor, der sich von Ende 2026 auf Anfang 2027 verschoben hat. Seit Januar 2025 hat das Unternehmen rund 2,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt – noch bevor die Rakete überhaupt geflogen ist.

Zu den Investoren gehören Point72 Ventures und Spark Capital, die bereits seit der Series A im Jahr 2021 dabei sind. Weitere bestehende und neue Investoren beteiligten sich ebenfalls. Zum Vergleich: Rocket Lab hatte bis März 2017 lediglich 148 Millionen US-Dollar eingeworben, bevor die Electron-Rakete im Januar 2018 erstmals erfolgreich startete.

Technische Entwicklung und Zukunftspläne

Stoke Space verfolgt seit Gründung das Ziel einer vollständig wiederverwendbaren Rakete. Die Technologie soll in einer Reihe von Testflügen zwischen 2027 und 2028 validiert werden. Im Juni 2025 absolvierte die erste Stufe der Pathfinder-Rakete 46 Strukturtests in der Testanlage in Moses Lake, Washington, die auf das Siebenfache erweitert wird.

Parallel entwickelt das Unternehmen die leistungsstärkere Nova Block 2, deren erster Start für 2029 geplant ist. Die Startrampe LC-14 in Cape Canaveral, von der 1962 John Glenn ins All startete, wurde bereits modernisiert und wartet auf die Rakete.

Der erfolgreiche Erstflug der Nova Pathfinder ist auch Voraussetzung für die Teilnahme an nationalen Sicherheitsaufträgen. Stoke Space wurde im März 2025 in das NSSL-Programm der US Space Force aufgenommen, kann aber erst nach einem gelungenen Start Aufträge erhalten. Das Budget für das Programm wurde im Juli 2025 auf 17 Milliarden US-Dollar verdreifacht.

Europäische Entwicklungen

Parallel zu den US-Aktivitäten meldet Europa Fortschritte im Raketenbau. Das deutsche Unternehmen Isar Aerospace erreichte mit seiner Spectrum-Rakete als erstes Teilnehmer der European Launcher Challenge den Orbit. Der zweite Startversuch am Samstag von Andøya in Norwegen verlief erfolgreich.

Zwei weitere europäische Start-ups, PLD Space aus Spanien und HyImpulse Technologies aus Deutschland, schlossen kürzlich Finanzierungsrunden ab. Die Beteiligung von Lockheed Martin Ventures und Sumitomo Corporation bringt HyImpulse auf über 10 Millionen US-Dollar Gesamtkapital.