Bild: KI-generiert
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Satellitentelemetrie bei jungen Wiesenweihen in Großbritannien

Im Juli wurden zwei junge Wiesenweihen in Großbritannien mit Satellitensendern ausgestattet. Es handelt sich um die ersten Jungvögel dieser Art, die in Großbritannien mit solchen Sendern versehen wurden. Die Aktion wurde von der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) durchgeführt.

Die besenderten Vögel und ihre Herkunft

Die beiden Jungvögel stammen aus zwei verschiedenen Nestern, haben jedoch denselben Vater. Dieser adulte männliche Wiesenweihe mit der Ringkennung AU ist nach Angaben der RSPB derzeit der einzige bekannte brütende Vertreter seiner Art in Großbritannien. Die Population dieser Greifvögel erreichte in den 1950er Jahren mit etwa 30 Brutpaaren ihren Höhepunkt, sank jedoch in den letzten Jahren deutlich ab. 2025 und im aktuellen Jahr gab es jeweils erfolgreiche Bruten.

Die beiden Weibchen, die sich in diesem Frühjahr mit AU verpaarten, zogen jeweils drei Jungvögel groß. Die Nester befanden sich etwa einen Kilometer voneinander entfernt an einem nicht öffentlich genannten Standort. Eines der Nester lag in einem speziell stehengelassenen Gerstenfeld.

Ergebnisse der Besenderung

Die beiden Jungvögel mit den Namen FH und HV erhielten Ende Juli ihre Sender, wenige Tage vor ihrem Erstflug. Die verwendeten Geräte wiegen nur fünf Gramm und werden mit Solarzellen betrieben. Bisher waren solche Sender für junge Wiesenweihen zu schwer gewesen, da sie maximal drei Prozent der Körpermasse ausmachen sollten.

HV überquerte am 31. August in einem dreistündigen Nonstopflug die Nordsee von der englischen Küste bei Suffolk bis in die Niederlande. Anschließend zog der Vogel weiter über Luxemburg nach Frankreich. Dieses Verhalten wurde von den Forschern als unerwartet eingestuft, da bisher keine Daten über die Zugrouten britischer Wiesenweihen vorlagen.

Der zweite besenderte Vogel, FH, wurde bereits Anfang September tot aufgefunden. Die Temperaturdaten des Senders und die Bewegungsmuster deuteten auf einen Zusammenstoß mit einem Zug hin. Mitarbeiter der Bahngesellschaft halfen bei der Bergung des Kadavers.

Bedeutung der Ergebnisse

Die Besenderung junger Wiesenweihen soll Aufschluss über deren Zugrouten und Rückkehrverhalten geben. Von den 2025 besenderten adulten Vögeln sind bereits drei im Folgejahr an ihre Brutplätze zurückgekehrt. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass die Sterblichkeit bei Jungvögeln hoch ist und die Zugrouten individuell variieren können.

Die RSPB betont, dass die beiden besenderten Jungvögel zwar keine repräsentative Stichprobe darstellen, aber dennoch wertvolle Erkenntnisse liefern. Insbesondere die Frage, ob britische Wiesenweihen regelmäßig über die südöstliche Route ziehen, kann durch weitere Besenderungen geklärt werden.

  • Quelle: Royal Society for the Protection of Birds (RSPB)
  • Datenstand: 3. September 2025