Eine erneute Analyse von Hubble-Daten hat die frühere Annahme von Wasserdampf-Ausbrüchen auf dem Jupitermond Europa deutlich abgeschwächt. Die ursprünglich mit 99,9% Sicherheit behaupteten Geysire lassen sich nach aktuellen Erkenntnissen nicht mehr mit gleicher Zuversicht bestätigen.
Von hoher Sicherheit zu methodischen Zweifeln
Im Jahr 2014 berichteten Wissenschaftler über ultraviolette Emissionen von Wasserstoff und Sauerstoff in Hubbles Aufnahmen von Europa. Diese wurden als Hinweis auf Wasserdampf-Ausbrüche gedeutet, die bis zu 200 Kilometer hoch aufsteigen sollten. Die damalige Studie gab eine statistische Sicherheit von 99,9% an.
Ein neues Forschungsteam unter Leitung der ursprünglichen Autoren hat nun sämtliche relevanten Hubble-Beobachtungen zwischen 1999 und 2020 neu ausgewertet. Die aktuelle Studie kommt zu einem anderen Ergebnis: Keine der 23 untersuchten Aufnahmen zeigt lokalisierte Wasserdampf-Emissionen. Selbst das Schlüsselbild von Dezember 2012 verliert seine Aussagekraft, wenn man methodische Verbesserungen berücksichtigt.
Technische Herausforderungen der Beobachtung
Die Unsicherheiten resultieren aus mehreren Faktoren. Europa nimmt auf Hubbles Detektor nur wenige Pixel ein. Schon eine Verschiebung des angenommenen Mondzentrums um ein bis zwei Pixel kann vermeintliche Emissionen am Rand verschwinden lassen. Zudem wurde in der neuen Analyse die Streuung von Wasserstoff-Licht in Europas dünner Atmosphäre genauer modelliert.
Die anfängliche Interpretation als Wasserdampf-Geysire basierte auf indirekten Messungen von atomaren Emissionen, nicht auf direkten Abbildungen von Fontänen. Andere Instrumente haben zwar Hinweise geliefert, aber keinen definitiven Nachweis erbracht. Ob mögliche Ausbrüche mit dem unterirdischen Ozean in Verbindung stehen, bleibt weiterhin ungeklärt.
- Quelle: Originalstudie in Astronomy & Astrophysics (2026)
- Quelle: Southwest Research Institute Pressemitteilung
- Quelle: NASA-Hubble-Datenarchive