Bild: NASA
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Toyohiro Akiyama: Erster Japaner im All verstorben

Toyohiro Akiyama, der erste japanische Raumfahrer und zugleich der erste kommerziell finanzierte Kosmonaut, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Akiyama starb am 26. August an den Folgen einer gastrointestinalen Blutung. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Ein Journalist im Weltraum

Akiyama wurde als Korrespondent des Tokyo Broadcasting System (TBS) ausgewählt, um anlässlich des 40. Jubiläums des Senders ins All zu fliegen. Er setzte sich gegen 162 Mitbewerber durch und absolvierte seine Ausbildung im Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum in Star City bei Moskau. Am 2. Dezember 1990 startete er gemeinsam mit den sowjetischen Kosmonauten Viktor Afanasyev und Musa Manarov an Bord einer Soyuz U2-Rakete zur Raumstation Mir. Die Rakete war mit der japanischen Flagge und Werbung japanischer Unternehmen wie Sony verziert.

Nach einem neunminütigen Aufstieg und einer zweitägigen Reise erreichte die Crew die Mir. Während Afanasyev und Manarov eine 175-tägige Mission als Teil der 11. Expedition begannen, verbrachte Akiyama nur eine Woche an Bord der Station. In dieser Zeit produzierte er täglich einen zehnminütigen Video- und zwei zwanzigminütige Audiobeiträge für die Sendereihe „To the Universe“, die von TBS ausgestrahlt wurde.

Herausforderungen im All

Akiyamas erste Eindrücke aus dem Weltraum waren geprägt von körperlichen Beschwerden. Er litt unter der sogenannten Raumkrankheit (Space Adaptation Syndrome) und Entzugserscheinungen aufgrund seines Nikotinkonsums. Als Kettenraucher hatte er Schwierigkeiten, sich an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen. Seine anfänglichen Berichte waren daher weniger enthusiastisch. Er beschrieb das Wasser um Japan als „sehr schlammig“ und bemerkte, dass nur die „dicken“ Baumfrösche aus seinem Heimatland die Schwerelosigkeit zu genießen schienen. Dünne Frösche wirkten dagegen, als würden sie lieber nach Yokohama zurückkehren wollen.

Im Laufe der Woche besserte sich Akiyamas Zustand jedoch. Er entschuldigte sich bei seinen Zuschauern für seine anfängliche negative Haltung und präsentierte Aufnahmen des Berges Fuji, die auf positive Resonanz stießen. Er kommentierte, dass Japan aus dem All betrachtet „wie mit Moos bedeckt“ wirke, mit Ausnahme der nördlichen Insel Hokkaido, die „wie köstlicher Seetang“ aussehe.

Toyohiro Akiyama bleibt als Pionier der japanischen Raumfahrt und als erster Journalist im Weltraum in Erinnerung. Sein Flug markierte einen wichtigen Schritt in der kommerziellen Nutzung des Weltraums und öffnete die Tür für zukünftige zivile Raumfahrtmissionen.