Beobachtungen deuten darauf hin, dass der atmosphärische Druck auf Pluto zwischen Mitte 2021 und Juli 2023 um etwa 16% gesunken ist. Dies geht aus einer Studie hervor, die im Planetary Science Journal veröffentlicht wurde. Der Rückgang könnte den Beginn einer Phase markieren, in der sich Stickstoff aus der Atmosphäre als Frost auf der Oberfläche absetzt.
Messmethoden und Ergebnisse
Da keine Raumsonde Pluto derzeit umkreist, nutzen Astronomen Sternbedeckungen zur Untersuchung der Atmosphäre. Dabei wird analysiert, wie das Licht ferner Sterne durch Plutos Gashülle beeinflusst wird. Die aktuelle Studie wertete zehn solcher Ereignisse von 2017 bis 2023 aus.
In Modellen, die Dunst in der unteren Atmosphäre berücksichtigen, zeigte sich ein Druckabfall von 6,17 auf 5,20 Mikrobar in 1.215 km Höhe über der Oberfläche. Die Unsicherheit liegt bei 2 Prozentpunkten. Alternative Berechnungen ergaben einen geringeren Rückgang von 7% mit höherer Unsicherheit.
Langfristige Entwicklung
Pluto durchlief 1989 seinen sonnennächsten Punkt und entfernt sich seither. Überraschenderweise stieg der atmosphärische Druck bis etwa 2015 an, blieb bis 2021 stabil und zeigt nun erst den erwarteten Rückgang. Diese Verzögerung erklärt sich durch Plutos extreme Achsneigung von 122 Grad, seine exzentrische Umlaufbahn und die Wärmespeicherung im Untergrund.
Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Stickstoff, der mit Oberflächeneis im Gleichgewicht steht. In der Sputnik Planitia-Region zeigt sich dynamisches Stickstoffeis, das konvektive Strömungen aufweist. Temperaturänderungen führen zu direkter Sublimation oder Kondensation des Stickstoffs.
New Horizons-Aufnahmen von 2015 belegen mehrschichtige atmosphärische Strukturen. Die aktuelle Studie fand von 2017 bis 2023 keine signifikanten Veränderungen in der oberen Atmosphäre, jedoch Hinweise auf veränderte thermische Gradienten oder Dunstverteilung in tieferen Schichten.
- Quelle: The Planetary Science Journal (2026)
- NASA New Horizons Mission