Modellierung zeigt mögliche Auswirkungen von SpaceX-Satelliten auf den Nachthimmel

Eine Studie von Astronomen untersucht die visuellen Konsequenzen, falls SpaceX eine Million Orbital-Datenzentren für KI-Anwendungen in den Orbit bringen würde. Die Simulation basiert auf regulatorischen Unterlagen des Unternehmens aus dem Jahr 2026.

Potenzielle Veränderungen des Nachthimmels

Die Forschungsgruppe um Samantha Lawler modellierte die Auswirkungen eines maximalen Ausbaus des vorgeschlagenen Systems. Bei voller Umsetzung könnten an vielen Orten und zu bestimmten Zeiten mehr künstliche Objekte als natürliche Sterne mit bloßem Auge sichtbar sein. Die Simulation zeigt keine gleichmäßige Aufhellung, sondern strukturierte Muster aus dichten Bögen und Feldern von Satelliten.

Die Berechnungen basieren auf einer eingereichten, aber noch nicht genehmigten FCC-Anwendung vom Januar 2026. SpaceX beantragte die Erlaubnis für bis zu eine Million Satelliten in Höhen zwischen 500 und 2.000 Kilometern. Die Studie betont, dass es sich um eine theoretische Obergrenze handelt, nicht um konkrete Startpläne.

Technische Grundlagen der Simulation

Die Modellierung geht von Satelliten mit einer Fläche von etwa 800 Quadratmetern aus, inklusive Solarpaneele und Kühlsysteme. Als Referenz diente eine vereinfachte Lichtstreuung. Die tatsächliche Helligkeit der Satelliten hängt von Materialien und Ausrichtung ab, die noch nicht finalisiert sind.

Besondere Effekte treten in der Dämmerung auf. Die bevorzugten sonnensynchronen Umlaufbahnen führen zu konzentrierten Satellitengruppen entlang der Tag-Nacht-Grenze. Im Winter könnten bei 30 Grad nördlicher oder südlicher Breite bis zu 79.000 Satelliten gleichzeitig sichtbar sein – verglichen mit etwa 500 natürlich sichtbaren Sternen.

Die Studie wurde als Preprint veröffentlicht und durchläuft noch den Peer-Review-Prozess. Die Autoren weisen darauf hin, dass ihre Ergebnisse von der vollständigen Umsetzung des maximal beantragten Systems abhängen.

  • Quelle: Preprint „Rings in the Sky“ (2026)
  • Quelle: FCC-Anwendung SpaceX (2026)
  • Quelle: Technische Spezifikationen SpaceX